G3G2G1 HomeServiceKontaktImpressum
REGIOGRÜN ERLEBENREGIOGRÜN VERSTEHENREGIOGRÜN UMSETZEN
 
Adenauers Erbe
 
Der ZusammenhangRegioGrün GesamtkonzeptDie drei GrüngürtelAdenauers ErbeDer Innere GrüngürtelDer äußere GrüngürtelDer dritte GrüngürtelDie sechs KorridoreDie Projekte
Der Generalbebauungsplan

Vor allem Konrad Adenauer, seit 1919 Oberbürgermeister von Köln, ist es zu verdanken, dass die geplante Bebauung nach dem Krieg endgültig aufgehoben wurde. Adenauers Ziel war es, auf den unbebaut gebliebenen Flächen die für Köln notwendigen Parkanlagen in unmittelbarer Nähe der dicht besiedelten Innenstadt schaffen zu können. Zur Verwirklichung dieser Idee wurde 1919 ein beschränkter Wettbewerb durchgeführt.

Das grundlegende Element des prämierten Plans von Fritz Schumachers war ein zusammenhängender Grüngürtel, bestehend aus einer Abfolge architektonisch gestalteter Grünräume, der annähernd die gesamte Innenstadt umspannte. Von diesem Grüngürtel ausgehend verband ein ebenfalls streng architektonisch gefasster Grünzug, der Lindenthaler Kanal, die Innenstadt mit dem Stadtwald.

Zeitgleich mit der Aufstellung des Bebauungsplanes für den Bereich des Inneren Grüngürtels hatte Schumacher mit den Überlegungen zu einem Grünsystem für das gesamte Stadtgebiet begonnen, die 1923 in den Generalbebauungsplan für das gesamte Stadtgebiet einflossen.

Mit diesem Generalbebauungsplan, den man heute als "Stadtentwicklungs- oder Flächennutzungsplan" bezeichnen würde, erhielt Köln zum erstenmal eine langfristige städtebauliche Entwicklungskonzeption. Die Grundform für das künftige Freiflächensystem war durch den inneren und äußeren Befestigungsring vorgegeben.

Zur Auflösung dieser konzentrischen Grundstruktur sollten die beiden Grüngürtel jedoch durch radial ausgerichtete Grünzüge verbunden und somit das ringförmige Freiflächensystem in ein radartiges überführt werden. Diese grünen "Speichen", die linksrheinisch den Inneren und Äußeren Grüngürtel miteinander verbinden und von dort ins Umland gerichtet sind, waren zugleich zur Gliederung der Bebauung in den Vororten bestimmt.


Demgegenüber sollten rechtsrheinisch, wo sich der Grüngürtel näher am Rhein befindet, die Radialen die Verbindung zwischen Grüngürtel und den naheliegenden Wäldern des Bergischen Landes herstellen.


Nach den Vorgaben des Generalbebauungsplanes sollte auf dem Gebiet des äußeren Befestigungsringes der Äußere Grüngürtel angelegt werden. Da dieses Gebiet aufgrund der militärischen Nutzung von jeglicher Bebauung frei geblieben war, war es geradezu prädestiniert für die Umgestaltung in einen grünen Gürtel.


Adenauer maß der Anlage besonders große Bedeutung zu, wie folgendes Zitat verdeutlicht: "Jetzt muss es sich entscheiden, ob Köln eine riesige Steinwüste sein wird oder aber eine Stadt, deren Bewohner ein menschenwürdiges Dasein führen können. Dieser Blick in die Zukunft zeigt uns ein endloses Häusermeer, ohne Licht, ohne Grün, ohne Zusammenhang mit der Natur, in dessen Randstraßen die in der Zwischenzeit vom Vorgebirge herabsteigenden Braunkohlezechen hineinrauchen. Eine solche Entwicklung zu verhüten, gibt es nur eine Möglichkeit: Verwendung des einzigen noch von Bauwerken freien, sich breit um Köln herumziehenden Streifens, des zu diesem Zwecke zu enteignenden Rayongeländes zu öffentlichen Zwecken, zu Wald- und Wiesenanlagen. Auf der linken Rheinseite soll der Rayongürtel, als Wald, Feld und Wiese angelegt, den Einwohnern Kölns wahre und lebensnotwendige Erholung im großen Maßstabe bieten und Schutz vor den Braunkohlezechen gewähren. Vom Rhein bis zum Rhein sich in einer Länge von 25 km hinziehend und von allen Punkten der Stadt auf einem Dutzend jetzt schon vorhandener, die Menschenmassen verteilender Straßenbahnlinien leicht erreichbar, wird er allen Bewohnern des zukünftigen Kölns den Zusammenhang mit der Natur wiedergeben. Sportplätze, Spielplätze, Luft- und Sonnenbäder, Schwimmbäder, Waldschulen, Tageserholungsheime für Kinder und Erwachsene soll dieser Gürtel in sich aufnehmen. Dauernde Pachtgärten (...) werden, wie einst vor 100 Jahren, wo so viele vor den Toren ihren Garten besaßen, den weitesten Kreisen der Bürgerschaft wieder die Fühlung mit der verjüngenden Erde geben.


Schulgärten werden an den schulfreien Nachmittagen unsere Jugend beschäftigen. Von diesem Gürtel aus sollen weite Waldstreifen in das nach Abbau der Braunkohle wieder neu aufzuforstende Vorgebirge führen, und mit dem zukünftigen linksrheinischen Stadtkern wird dieser Wald- und Wiesengürtel in Verbindung stehen durch den Vorgebirgspark, den Stadtwald mit dem Umlegungsgebiet und den Blücherpark. Breite Ströme von Licht und Luft werden diese Kanäle bis in den Mittelpunkt der zukünftigen linksrheinischen Stadt hineinführen, und in umgekehrter Richtung werden sie den Menschen verlocken, auch ohne Benutzung der Straßenbahn durch Grün- und Parkanlagen hindurch den Wald- und Wiesengürtel aufzusuchen.



Die rechte Rheinseite ist infolge der zerstreuten Bauweise und der näher herantretenden Wälder besser gestellt wie die linke. Hier soll das zu enteignende Gelände dem Kleinwohnungsbau dienen und ferner die Möglichkeit geben, für die dichter besiedelten Stadtteile Erholungsplätze, Spiel- und Sportplätze zu schaffen und für das ganze rechtsrheinische Köln den Zusammenhang mit den Wäldern und Höhen des Bergischen Landes herzustellen und dauernd zu sichern."