Zur Aneignung eines Freiraumes gehört ganz wesentlich die Erschließung für den Fußgänger und Radfahrer. Wege müssen daher aus der Stadt, vor allem aus den Wohnsiedlungen die Korridore erschließen. Sie müssen so geführt werden, dass eine möglichst störungsfreie Bewegung im Raum möglich ist. Attraktive Bereiche sollen ebenso erreicht werden können wie einzelne Sehenswürdigkeiten, Aussichtspunkte, Freizeiteinrichtungen und Einkehrmöglichkeiten. Eine Orientierung und Ortsbestimmung sollte jederzeit leicht möglich sein.
In der Regel leistet dies das Netz der öffentlich gewidmeten Flur- und Wirtschaftswege. Die starke Überformung durch große Verkehrstrassen führt zu Barrieren und Unterbrechungen, für die mit Hilfe von Brücken oder Unterquerungen eine Überwindungsmöglichkeit gegeben sein muss.
Konflikte treten auf mit dem Hauptnutzer des Flurwegesystems. Die Landwirte fürchten Störungen ihres Wirtschaftsbetriebes, Verschmutzungen (Hundekot), Diebstahl und Zerstörungen. Die Radwanderer brauchen möglichst glatte, trockene Wege, die nicht durch den landwirtschaftlichen Verkehr im Aufbau zerstört werden. In der Regel reichen wassergebundene Wegedecken aus, ebenso genügen die üblichen Wegebreiten der Wirtschaftswege. Oberflächenverbesserung und Unterhalt der Hauptrouten in den Korridoren müssen von den jeweils beteiligten Kommunen getragen werden.
In den sechs Korridoren von REGIO-GRÜN wird ein Hauptwegenetz dargestellt, welches sich auf vorhandene Wege und Querungshilfen abstützt, in wenigen Fällen werden neue Stege erforderlich sein. Die Wege haben sich als regionale Routen teilweise bereits etablieren können, Broschüren und Flyer informieren über den Verlauf. Sie verknüpfen sich mit den Bahnhöfen und Straßenbahnhaltestellen des regionalen Nahverkehrs, so dass die Benutzer unterschiedlich lange Routen wählen können. Die kleinräumige Einbindung in das lokale Wegenetz oder die Anbindung an die Siedlungen im Subsystem ist nicht dargestellt, aber weitflächig möglich.