1000 Bäume für neue grüne Lunge

Mit Spaten und Schaufeln bewaffnet schwärmten gestern bei sommerlichen
Temperaturen Fünftklässler der Kerpener Willy-Brandt-Gesamtschule aus, um Löcher zu graben. 

Fest vorgenommen hatten sie sich, an diesem Tag 100 neue Bäume zu pflanzen. Doch der Boden ist stark lehmhaltig. „Harte Arbeit für die Schüler“, so Heinz Geusen.Der Diplombiologe arbeitet im Amt für Kreisplanung und Naturschutz beim Rhein-Erft-Kreis und betreut das Projekt, für das die Schüler noch bis heute Mittag schuften. Auf dem Flurstück 5 / 20 zwischen Gymnich und Balkhausen direkt neben der Autobahn entsteht derzeit ein neuer, möglichst naturbelassener Flusslauf für die Erft.

Auf einem 5000 Quadratmeter großen Teilstück des zukünftigen Landschaftsparks Erftaue soll ein Mischwald aus 1000 heimischen Laubbäumen entstehen. Die Pflanzen dazu stellt der Kreisverband Rhein-Erft der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald zur Verfügung. „Die Schüler sollen nicht nur in der Theorie des Unterrichts die Wichtigkeit dieser Zukunftsaufgabe erkennen, sondern auch selber Hand anlegen“, so der Lehrer Jürgen Heckenthaler, der die Aktion vonseiten der Schule begleitet.

Vorgestellt wurde gestern außerdem ein neues Projekt des Pulheimer Künstlers Holger Hagedorn. Im Sommer will er zwölf sieben bis neun Meter hohe Eichenstämme auf dem Gelände aufstellen. Sie sollen zukünftige Besucher auf besonders markante Stellen hinweisen. Dabei werden die bis zu 90 Zentimeter dicken Stämme mit unterschiedlich vielen Löchern nummeriert. Zurzeit bereiten die Schüler in der Gesamtschule die Stämme vor, indem sie sie entrinden und schleifen. Infotafeln sollen dann später zum Beispiel auf den Punkt hinweisen, an dem die „neue Erft“ ihren Flusslauf einschlägt.

 

RER, 25.03.2010, Kölnische Rundschau