Eröffnung Nordpark Pulheim

„Die Pulheimer Bevölkerung wird ihn lieben!“

 

„Ich bin sicher, dass die Pulheimer Bevölkerung den Nordpark lieben wird und nach kurzer Zeit nicht mehr missen will. Er wird dazu beitragen, die Lebensqualität in unserer Stadt zu steigern. Pulheim wird durch die neu geschaffenen wohnungsnahen Grünflächen attraktiver.“ Mit diesen Worten übergab Bürgermeister Frank Keppler die neu gestaltete Parkfläche am nördlichen Rand des Zentralortes Pulheim der Bevölkerung. Wegeverbindungen sind hergestellt, Wiesen und Baumpflanzungen angelegt; die Plätze und die Möblierung laden zum Verweilen und mit den Mobilitätsgeräten auch zu Aktivitäten und Geschicklichkeitstests für alle Altersgruppen ein.

 

Bis hierhin war es ein langer Weg. Vor zehn Jahren entstanden die ersten Überlegungen zu dem Projekt RegioGrün. Ausgehend vom äußeren Kölner Grüngürtel sollten Freiraumkorridore in Richtung Erftaue entwickelt werden. Der nördlichste Korridor ‚Am alten Rhein’ reicht vom Mediapark bis zum Kloster Knechtsteden. Ein ganz wesentliches Element dieses Korridors bildet der neue Nordpark, dessen erster Teilabschnitt jetzt fertig gestellt werden konnte und der den Bürgerinnen und Bürgern auf vielfältige Weise Erholungs- und Aktivitätsmöglichkeiten in der Natur bietet.

 

Die Chance zur Realisierung dieser Überlegungen hat sich durch die Regionale 2010 ergeben. Ohne die umfangreichen Fördermittel von Bund, Land und demnächst auch der EU wäre es der Stadt nicht möglich gewesen, das Projekt Nordpark Wirklichkeit werden zu lassen. Eingebettet in das Projekt RegioGrün konnte die Stadt das vorhandene Defizit an Grünflächen planerisch abgestimmt und in einem regional erarbeiteten Kontext lösen.

 

Zur Qualifizierung der in Pulheim geplanten RegioGrünmaßnahmen hat das Büro Werkgemeinschaft Freiraum (WGF) unter der Leitung von Prof. Aufmkolk im Jahr  2007 den Grünzug ‚Am alten Rhein’  intensiver untersucht. Nach Abstimmung mit der Fachöffentlichkeit wurden zahlreiche Maßnahmen vorgeschlagen. Kernstück dieses Freiraumprogramms war der Nordpark Pulheim.

 

Mit Unterstützung der Regionale-2010-Agentur und mit Fördermitteln des Landes wurde auf dieser Grundlage ein landschaftsarchitektonischer Wettbewerb ausgelobt. 24 Landschaftsplaner haben teilgenommen. Ein Preisgericht bewertete die Arbeiten und ermittelte den Sieger. Gewonnen hat das Büro bbzl aus Berlin mit der zuständigen Landschaftsarchitektin Frau Böhm.

 

In der Planungsphase wurde die Öffentlichkeit intensiv beteiligt. Im April 2009 wurde die Planung vorgestellt und erläutert, der erste Baum wurde gepflanzt und es wurden Anregungen von Bürgerinnen und Bürgern entgegengenommen. Im Frühherbst 2010 hat die Stadt zu einem Picknick im Nordpark eingeladen, um gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern die ersten Blumenzwiebeln zu setzen. Bei dieser Gelegenheit wurde der Förderbescheid von Regierungspräsidentin Walsken überreicht, so dass feststand, dass der Nordpark gebaut werden konnte.

 

Im März des vergangenen Jahres war es dann soweit: Der erste Spatenstich ist erfolgt!

 

In der Bauphase konnte sich die Öffentlichkeit bei geführten Baustellenspaziergängen über den Fortschritt der Bauarbeiten informieren. Jetzt sind die Arbeiten am 1. Realisierungsabschnitt abgeschlossen und der Nordpark kann ab sofort von der Bevölkerung in Besitz genommen werden.

 

In den nächsten Jahren sollen weitere Flächen entwickelt und angelegt werden. Bis der Nordpark in seinem geplanten Umfang fertig ist, werden noch viele Jahre vergehen. Es handelt sich um ein Generationenprojekt. Am Ende soll er Pulheim bis zur Orrer Straße umfassen und einen Anschluss zum Pulheimer See ermöglichen. Dabei wird es sich aber nicht um eine Parkanlage im herkömmlichen Sinn handeln. Die Charakteristik der vorhandenen Landschaft soll erhalten bleiben und an vielen Stellen bei der Gestaltung aufgegriffen werden, wie es bereits im aktuell hergestellten Teil erkennbar ist.

 

Die Realisierung dieses umfangreichen Projektes ist durch das Zusammenspiel vieler Akteure möglich geworden. Ohne die großzügige Förderung des Landes NRW und des Bundes hätte die Stadt diese Aufgabe nicht meistern können. Immerhin müssen für diesen 1. Realisierungsabschnitt Mittel in Höhe von knapp 3,1 Mio Euro aufgebracht werden. Davon werden 80 Prozent, d. h. 2,47 Mio Euro, über die Städtebauförderung finanziert. Die übrigen 20 Prozent, also etwas über 600.000 Euro, müssen von der Stadt Pulheim als Eigenanteil bereit gestellt werden. Dies stellt für die Stadt eine enorme Kraftanstrengung dar.

 

Text und Fotos: Stadt Pulheim