Erster Wegweiser zum Belvedere-Park

Ende des Jahres soll zwischen Ehrenfeld und Lindenthal der Landschaftspark Belvedere entstehen. Das 300 Hektar große Projekt der Regionale 2010 wird 1,6 Millionen Euro kosten. Geplant ist ein Rundweg durch Äcker und Waldstücke mit vier Aussichtspunkten.

Noch müssen sich Spaziergänger den Landschaftspark Belvedere denken. Erst Ende des Jahres soll er zwischen Ehrenfeld und Lindenthal entstehen. Wie eine Gedankenstütze ragt seit Donnerstag die rote Spitze einer Infostele an der Ecke Belvederestraße und Carl-von-Linné-Weg in den Himmel. Sie weist den Belvedere-Park als Projekt der Regionale 2010 aus, auch wenn der Park erst 2011 fertig wird.


Zwei Infotafeln verweisen auf das Freiraumkonzept Regiogrün, die Ausgangsidee für den Park. Auf 300 Hektar zwischen A1 im Westen, der Bahnlinie Köln-Aachen im Süden, der Militärringstraße im Osten und dem WDR-Gelände in Bocklemünd soll der Landschaftspark entstehen. Auf drei Kilometern führt der Rundweg durch Äcker und Waldstücke zu vier Aussichtspunkten. Mitten auf der vorgesehenen Fläche liegt die Wissenschaftsscheune des Max-Planck-Instituts für Pflanzenzüchtung. An den Park grenzen die Freiluft- und Gartenarbeitsschule auf der preußischen Festungsanlage „Zwischenwerk V a“ und das älteste erhaltene Bahnhofsgebäude im deutschsprachigen Raum, das „Haus Belvedere“.

 

Einen Blick über die Felder bis in die Stadt hinein sollen Ausflügler von erhöhten Plattformen haben. Zwischen sieben Meter und 1,50 Meter hoch sollen die Stahlgerüste mit den Treppen werden. Die Gesamtkosten von 1,6 Millionen Euro trägt zu 80 Prozent das Land, 20 Prozent der Kosten übernimmt die Stadt. Der Grund für den späten Baubeginn im Winter 2010: Für das Projekt sollen EU-Fördermittel beantragt werden, die das Land entlasten könnten. Bis zur Zusage, frühestens im August, darf die Planung nicht ausgeschrieben werden.

Bei der Stadt ist man zuversichtlich. „Regiogrün ist nicht auf Köln begrenzt, sondern schafft Räume bis ins Umland hinein“, sagt Joachim Bauer, Leiter des Grünflächenamtes. Die Planer wollen durch den Belvedere Park und fünf weitere Flächen strahlenförmige Korridore schaffen, die von den städtischen Grüngürteln aus auf einen dritten Gürtel außerhalb der Stadt verweisen. So sollen die Naherholungsgebiete Erftaue, die bewaldete Ville im Westen und das Bergische Land im Osten angeschlossen werden.

Erlebbar wird die Verbindung durch Veranstaltungen der Regionale. Mit Wanderungen und Fahrradtouren, etwa „Von der Quelle der Strunde bis zum Rhein“ am 17. April, entdecken Kölner Persönlichkeiten wie Franz-Josef Antwerpes oder Paul Bauwens-Adenauer mit interessierten Bürgern die Landschaft. Das Regionale-Programm liegt in Bezirksämtern und Bürgerbüros aus.

 

Kölner Stadtanzeiger 02.04.2010