Europa küsst Strunde wach

Artikel aus der Kölnischen Rundschau vom 01.06.2012

 

Jetzt macht Europa den Zahlmeister: Mit 426.550 Euro aus dem Fördertopf Efre (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) finanziert die Kreisstadt eine Anschlussmaßnahme zum Regionale-Projekt „Entlang der Strunde“ zwischen Burg Zweiffel und Eulenburg.

 

BERGISCH GLADBACH - Jetzt macht Europa den Zahlmeister: Mit 426 550 Euro aus dem Fördertopf Efre (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) finanziert die Kreisstadt eine Anschlussmaßnahme zum Regionale-Projekt „Entlang der Strunde“ zwischen Burg Zweiffel und Eulenburg. Insgesamt schüttet Brüssel 13,3 Millionen Euro an zehn RegioGrün-Projektpartner aus.

 

Gestern fand der obligatorische „1. Spatenstich“ auf dem Uferpfad am Mühlenteich hinter der Burg Zweiffel in Herrenstrunden statt. Hier sollen sowohl Aufenthalts- und Freizeitqualität wie auch die ökologische Wertigkeit des Gewässers verbessert werden. Der Weg, bei Regen momentan eine Moraststrecke, wird saniert, der Teich wird mit Röhrichtzonen gefasst und mit einer hölzernen Terrasse ausgestattet, der Spielplatz wird durch eine hölzerne Kletterburg bereichert, die das Wahrzeichen der Burg Zweifel quasi aufnimmt.

 

Vor der Burg, neben der Komturei eine der Keimzellen des Dorfes, sollen die historischen Zusammenhänge mit der Vorburg (dem alten Wirtschaftshof), die durch die mitten hindurch schneidende Landstraße zerstört sind, wieder sichtbar gemacht werden: Durch farblich korrespondierende Gestaltung der Fassaden, abgesetzte Asphaltoberfläche im Bereich der Burgdurchfahrt und Neufassung des Vorplatzes soll der Ensemblecharakter zumindest optisch unterstrichen werden, um somit die Ortsgeschichte im Ortsbild zu spiegeln – immerhin gilt die Vorburg mit dem Herkenrather Tor als ursprünglicher Standort der mittelalterlichen Burganlage. Auch die so genannte „Malteser-Trilogie“, das Dreieck aus Komturei, Kirche und Mühle, das den alten Herrenhof des Malteserordens umreißt – von dem der Ort „Strunden“ den Zusatz „Herren-“ empfangen hat – wird von der Straße gnadenlos durchsäbelt. Hier sollen Sichtachsen freigestellt werden (auch durch Ge hölzrückschnitt und Fällen einer Linde) , ein Aussichtspunkt soll den Blick auf das Herz des Ortes mit seinen historischen Landmarken erlauben.

 

Der Dorfplatz soll durch Rückbau der Einmündung und Errichtung einer begrünten Querungsinsel stärker ins Zentrum gerückt werden. Durch Verhandlungen hofft man auch, den Besitzer der Maltesermühle für eine transparentere Einfriedung gewinnen zu können, um die ortsbildprägende Qualität der Mühle besser zur Geltung zu bringen. Das vierte Los der Maßnahme betrifft den Raum der Pulvermühlen bei Gut Schiff: Hier sollen Holzstufen auf die Krone des erhaltenen Schutzwalles aus Erde führen, wo eine Infotafel über die Geschichte des Schwarzpulvermahlens an der Strunde Auskunft geben soll. Zu sehen sind noch die Grundmauern und die Mühlradlager des sogenannten „Staubmüllchens“, einer von vier Anlagen am Schiff. Zwischen den Pulvermühlen und der Eulenburg, ehemals Gaststätte (die übrigens nicht nach Eulen, sondern nach Erlen – mundartlich „Iele“ – benannt ist), wird schließlich der Radweg fortgeführt. Dieser Bauabschnitt wird neben dem Mühlenteich zuerst angegangen, bis Ende 2013 soll alles fertig sein.

 

Text: Gisbert Franken, Kölnische Rundschau