Grüne Oase als Projekt für Generationen

Artikel aus der Kölnischen Rundschau vom 04.06.2012

 

Die blauen Kornblumen strahlten mit dem roten Mohn und den weißen Margeriten und der Kamille im Sonnenlicht um die Wette. Besseres Wetter hätten sich die Stadtoberen zur Eröffnung des Nordparks gar nicht wünschen können.

 

Pulheim - Die blauen Kornblumen strahlten mit dem roten Mohn und den weißen Margeriten und der Kamille im Sonnenlicht um die Wette. Besseres Wetter hätten sich die Stadtoberen zur Eröffnung des Nordparks gar nicht wünschen können. Und entsprechend stark war auch der Zulauf der Pulheimer, die vorwiegend mit dem Fahrrad zu der Feier gekommen waren. Die dunklen Töne von drei Alphörnern empfingen die Gäste zwischen den Blumenwiesen, den Ruhezonen und Spazierwegen, die im Norden des Ortes in den vergangenen Monaten im Bereich des „ersten Realisierungsabschnittes“, wie das Teilstück offiziell genannt wird, geschaffen wurden. Bürgermeister Frank Keppeler konnte unter den Gästen nicht nur eine Reihe von Ratsmitgliedern begrüßen, auch Landrat Werner Stump und die Ehrenbürger Hans Umpfenbach und Ulrich Hollmann waren gekommen.

 

Langer Weg bis zur Realisierung

 

Ein erster Rundgang, noch vor dem offiziellen Start und den Reden von Bürgermeister, Landrat und der verantwortlichen Architektin zeigte, dass sich der Aufwand gelohnt hat. Der Park zeigt bereits all seine Elemente, die Wegeverbindungen sind hergestellt und die Wiesen und Baumpflanzungen angelegt; die Plätze und die Möblierung laden zum Verweilen, aber in Form der Mobilitätsgeräte auch zu Aktivitäten und Geschicklichkeitstests für alle Altersgruppen ein. Und das wurde bereits eifrig ausprobiert.

 

Hatten mehrere Kinder schon die Spielgeräte in Beschlag genommen, so sah man an anderen Ecken Spaziergänger, die die Bänke und Liegen erprobten und im Sonnenschein lasen oder sich auch nur ausruhten. Und die Vielfältigkeit der Blumenwiese zog auch schon einige Bürger an, die sich einen Strauß für den heimischen Tisch pflückten.

 

Keppeler erinnerte an den langen Weg bis zur Realisierung. Vor zehn Jahren entstanden die ersten Überlegungen zu dem Projekt RegioGrün. Ausgehend vom äußeren Kölner Grüngürtel sollten Freiraumkorridore in Richtung Erftaue entwickelt werden. Der nördlichste Korridor „Am alten Rhein“ reicht vom Kölner Mediapark bis zum Kloster Knechtsteden. Ein ganz wesentliches Element dieses Korridors bildet der neue Nordpark, dessen erster Teilabschnitt jetzt fertiggestellt werden konnte. Die Chance zur Realisierung ergab sich durch die Regionale 2010. Ohne die umfangreichen Fördermittel von Bund, Land und demnächst auch der EU wäre es Pulheim nicht möglich gewesen, das Projekt Nordpark umzusetzen. Eingebettet in das Projekt RegioGrün, so Keppeler, konnte die Stadt das vorhandene Defizit an Grünflächen planerisch abgestimmt und in einem regional erarbeiteten Kontext lösen.

 

Nach einem landschaftsarchitektonischen Wettbewerb, an dem 24 Landschaftsplaner teilnahmen und den das Berliner „bbzl“ gewann, wurde im April 2009 die Planung vor Ort vorgestellt und der erste Baum gepflanzt. Im Frühherbst 2010 wurden zusammen mit den Bürgern die ersten Blumenzwiebeln eingepflanzt und im März des vergangenen Jahres erfolgte der erste Spatenstich. In den nächsten Jahren sollen weitere Flächen entwickelt und angelegt werden. Bis der Nordpark in seinem geplanten Umfang fertig ist, werden aber noch viele Jahre vergehen, so Keppeler: „Es handelt sich um ein Generationenprojekt. Am Ende soll er Pulheim bis zur Orrer Straße hin umfassen und einen Anschluss zum Pulheimer See ermöglichen.“

Dabei wird es sich aber nicht um eine Parkanlage im herkömmlichen Sinn handeln. Die Charakteristik der vorhandenen Landschaft soll erhalten bleiben und an vielen Stellen bei der Gestaltung aufgegriffen werden, wie es bereits im aktuell hergestellten Teil erkennbar ist. Der erste Realisierungsabschnitt hat Mittel in Höhe von knapp 3,1 Millionen Euro verschlungen. 80 Prozent, rund 2,47 Millionen Euro wurden über die Städtebauförderung finanziert. Die übrigen 20 Prozent, etwas mehr als 600 000 Euro, stellte die Stadt Pulheim als Eigenanteil bereit.

 

Text: Wolfgang Mrziglod, Kölnische Rundschau

Fotos: Rhein-Erft-Kreis, Stadt Pulheim