Mühlenzentrum als Wissensbörse

Artikel aus dem Kölner Stadt-Anzeiger vom 22.08.2012

 

Das Natruparkzentrum Gymnicher Mühle hat eine neue Zufahrt bekommen. Außerdem wurden in der Nähe des Eingangs neue Bushaltestellen angelegt, damit Besuch künftig auch mit öffentlichen Transportmitteln das Gelände erreichen können.

 

Erftstadt-Gymnich - Kaum noch wiederzuerkennen ist die Zufahrt zum Naturparkzentrum Gymnicher Mühle. Statt wie bislang durch die Lindenallee zum Mühlengelände zu gelangen, werden Fahrzeuge nun über eine neue Straße geleitet, die parallel zur Allee verläuft. Die alte, holprige und löchrige Asphaltdecke der Straße durch die Allee, die ihrerseits ein Naturdenkmal ist, wurde entfernt und durch eine neue wassergebundene Decke ersetzt. Diese kann künftig noch von Fußgängern und Radfahrern benutzt werden. Von der Allee wurde zudem ein Verbindungsweg zur neuen Fahrbahn angelegt.

 

Nahe dem Eingang zum Naturparkzentrum wurden zudem Bushaltestellen angelegt, damit Besucher künftig auch bequem mit öffentlichen Transportmitteln das Gelände erreichen. Überdies werden laut Landrat Werner Stump, der zugleich Vorsitzender des Mühlenverbands Rhein-Erft-Rur ist, etwa 80 Parkplätze angelegt. Geplant sei auch der Bau eines Lärmschutzwalls an der Autobahn 61. Denn bei vorherrschend westlichen Windverhältnissen sei es angebracht, das Naturparkzentrum auch vor dem Lärm der Autobahn zu schützen.

 

Weitere Bauarbeiten seien auch im Gebäudeensemble der Mühle geplant. Die alte Scheune im Eingangsbereich werde eine Ausstellung über den Naturpark beherbergen und im gegenüberliegenden Gebäude sollen bald die Arbeiten für eine Backstube beginnen. Im Obergeschoss sei ein Ausstellungsraum zur Geschichte des Backens geplant. Rund 900.000 Euro würden in das Gebäude investiert. Insgesamt sei in das Gebäudeensemble als Herz des Naturparkzentrums schon 20 Millionen Euro investiert und eine Reihe von Arbeitsplätzen geschaffen worden.

 

Eine neue Verwendung fanden einige Räume im Erdgeschoss des alten Mühlengebäudes. Eine Malschule zog dort vorzeitig aus, weil das Bauordnungsamt der Stadt dagegen interveniert hatte und beanstandete, dass eine gewerbliche Nutzung in dem Denkmal nicht zulässig sei. Die Räume würden nur für kleinere Konferenzen und auch als Trauzimmer verwendet, teilte Stump mit. Das Rheinische Mühlendokumentationszentrum (RMDZ), untergebracht im gleichen Gebäude, wird derweil immer weiter mit Literatur, aber auch originalen Exponaten anderer Mühlen bestückt. So werden dort auch auch dauerhaft eine Sackrutsche der Eschmarer Mühle und Zeichnungen des Mühlenarchäologen Rüdiger Hagen gezeigt. Hinzu kommt eine beachtliche Zahl alter Dokumente und Literatur über die Bauwerke. Vier Arbeitsplätze wurden geschaffen. Das Dokumentationszentrum verfügt laut seiner Mitarbeiterin Gabriele Scholz über etwa hundert Quadratmeter Fläche. 2005 sei eine Datenbank aufgebaut worden, die kontinuierlich erweitert werde.

 

Seit 2010 gebe es eine enge Kooperation mit dem Landschaftsverband Rheinland (LVR). Diese wurde nun um ein weiteres Projekt erweitert. Der LVR stellt künftig Datenbanken zur Verfügung, die vom Fachwissen des Mühlenzentrums ergänzt werden.
Ein Kooperationsvertrag wurde zwischen Werner Stump und Milena Karbaic, LVR-Dezernentin für Kultur und Umwelt im Mühlengebäude, feierlich unterzeichnet. Bürger können dann das Spezialwissen künftig gezielt im Internet finden.

 

 Text: Horst Komuth, Kölner Stadt-Anzeiger