Neue Wege an der Erft

Eine neue Flusslandschaft zwischen Gymnicher Mühle und Schloss

Türnich legen der Kreis und der Erftverband jetzt an. Drei Wanderrouten mit verschiedenen Themen sind schon zu begehen.

 

RHEIN-ERFT - Noch vor einigen Jahren war das Areal zwischen der Gymnicher Mühle und dem Schloss in Türnich ziemlich reizlos. Doch dort, wo noch Ende der
1980er Jahre ein Golfplatz entstehen sollte, schaffen der Kreis und der derzeit eine neue Flusslandschaft. Für die Gestaltung dieses Landschaftsparks Erftaue hat der Rhein-Erft-Kreis erst jüngst 6,8 Millionen Euro an Zuschüssen bekommen.

„Die Planungen sind abgeschlossen, jetzt beginnen wir mit den ersten Umsetzungen“, erklärten Heinz Geusen und Christian Heinen von der Kreisverwaltung. Die Pläne, die dort noch in den kommenden Jahren
umgesetzt werden sollen, klingen ehrgeizig. Neue Wiesen und Weiden werden entlang der Erft entstehen, die Pflege der großen Grünflächen soll in Zusammenarbeit mit den Landwirten erfolgen. Weiterhin ist vorgesehen, dass Kühe einer vom Aussterben bedrohten Rinderrasse dort angesiedelt werden.

Heute bereits können sich die Wanderer dort auf drei Themenrouten bewegen. Immer ausgehend von der hat die erste insgesamt 4,1 Kilometer lange Strecke das Motto „Neue Erft und alte Gemäuer.“ Der zweite Weg ist 8,4 Kilometer lang und bietet den Nutzern das Thema „Auenwald und Aquädukte.“Auf dem dritten gut 9,5 Kilometer langen Weg lautet das Motto „Wasserschloss und Flutkanal.“Alles ist so übersichtlich beschildert, dass sich auch Ortsfremde kaum verlaufen dürften. Zudem verweisen insgesamt 30 Schautafeln auf alle Sehenswürdigkeiten in dem Areal entlang der Autobahn 61.

Die Kreisverwaltung, der und der Naturpark Rheinland wollen das
gesamte Projekt am Sonntag, 24. Juli, 11 bis 16 Uhr, mit dem zweiten
Wassererlebnistag an der Gymnicher Mühle vorstellen. Die neuen Wanderrouten werden dabei ganz im Mittelpunkt dieses Familienfestes stehen. Auf den Strecken werden Schauspieler, Sänger und Musikanten die Gäste unterhalten, die an insgesamt acht Informationsständen des Naturschutzbundes (Nabu), des Naturparks Rheinland, des Erftverbandes, der Kreisverwaltung oder auch des Regionalforstamtes Rhein-Sieg-Erft vorbei marschieren werden. Zudem wird an diesem Tag eine Pferdekutsche zwischen dem und der Gymnicher Mühle die Besucher hin- und herfahren. Damit die Gäste die kleine Erft überqueren können, wird für diesen Tag eigens eine provisorische Brücke aufgebaut. In zwei Jahren, so der Plan, soll dort eine neu errichtete Brücke ein dauerhaftes Überqueren der Wanderer, Jogger und Radfahrer ermöglichen.

 

Kölner Stadt-Anzeiger am 15.07.2011, Text: Markus Clemens, Melis Uysal