Wanderrouten durch Landschaftspark eröffnet

Wasser.Erlebnis.Tag bot abwechslungsreiches Programm und viele Informationen

 

Wir stehen zu unserer Einladung. Man kann das Wasser hier sehen, spüren und auf verschiedenste Arten erleben“, witzelte Landrat Werner Stump am Sonntag bei der Eröffnung des 2. Wasser-Erlebnis-Tages an der Gymnicher Mühle.

Petrus hatte es mit den Veranstaltern - dem Rhein-Erft-Kreis, dem Naturpark Rheinland, dem Erftverband und dem Mühlenverband Rhein-Erft-Rur - nicht allzu gut gemeint und schickte am ersten Wochenende der Sommerferien viel Wasser von oben.


Wasserwesen am Wegesrand

Dementsprechend eher klein war das Publikum, das um 11 Uhr bei der feierlichen Eröffnung von drei neuen RegioGrün Wanderrouten durch den Landschaftspark Erftaue dabei war. Landrat Stump, die Kerpener Bürgermeisterin Marlies Sieburg, der stellvertretende Erftstädter Bürgermeister Albert Granrath, Erftverband-Vorstand Wulf Lindner sowie der frühere Bedburger Bürgermeister Willy Harren durchschnitten gemeinsam das Band.

Die zwischen 4,1 und 9,5 Kilometer langen Wanderwege führen sowohl durch die vielfältige Natur im Landschaftspark wie auch zu historischen Gebäuden wie den Schlössern Türnich und Gymnich. An der Strecke sind an besonders interessanten Stellen Informationstafeln mit verschiedenen Daten und Fakten aufgestellt. Auch über das Internet sollen zukünftig Informationen abgerufen werden können. Wer sich am Sonntag auf den Weg machte, bekam aber noch ein besonderes Programm geboten. Entlang der Strecke hatten sich Partner wie der NABU, der Mühlenverband oder der Landesbetrieb Wald und Holz mit Infoständen postiert und berichteten von ihrer Arbeit. Auch die Willy-Brandt-Gesamtschule war vertreten, um auf ein Kunstprojekt aufmerksam zu machen, dass Schüler gemeinsam mit dem Künstler Holger Hagedorn durchführen. Hierbei werden insgesamt zwölf Holzstämme bearbeitet und aufgestellt, einige waren schon vor Ort zu sehen. Die 5. Klassen der Schule sorgen außerdem im Rahmen des Projekts „1000 Bäume für uns“ regelmäßig für Neupflanzungen. An den Infoständen konnten die Besucher, die mit dem Nachlassen des Regens gegen Mittag stetig zahlreicher wurden, auch die Buchstaben erfahren, aus denen sich das Lösungswort für ein Gewinnspiel zusammensetzte, bei dem zahlreiche Sachpreise vergeben wurden.

Ebenfalls am Rand der Route hatten sich verschiedene Künstler postiert, die Vorführungen rund um das Thema Wasser präsentierten. Unter anderem waren ein Wassergeist auf Stelzen und eine Nixe mit von der Partie, außerdem ein Filmregisseur, der die Besucher für seinen kommenden Erfolgs-Film über die „Erftpiraten“ casten wollte und sie gleich mal in die passenden Kostüme steckte. Am Nachmittag wurde das Finale der Geschichte mit allen Figuren in der Mühle gezeigt.

 

Mit der Kutsche zum Schloss
Wer nicht den kompletten Weg wandern wollte, konnte die Kutsche von Hubert Faßbender besteigen, die regelmäßig die Strecke von der Gymnicher Mühle zum Schloss Türnich abfuhr. Besonders Familien mit jüngeren Kindern ließen sich gerne von den rheinisch-deutschen Kaltblutpferden ziehen. Wer nicht selber lief, verpasste allerdings einen kleinen Ausblick in die Zukunft, der an einem ausschließlich für Fußgänger zugänglichen Abschnitt lag. Nur für den Wasser-Erlebnis-Tag hatten die Veranstalter eine provisorische Brücke über die Erft errichtet. Die „echte“ Brücke soll dort erst gebaut werden, wenn die Renaturierung des Teilstückes abgeschlossen ist.

 

Kölnische Rundschau, 25.07.2011, Text: Anne Richter